Reiseweg

Unsere Reise nach Peru bedeutete zuerst einmal 13 Stunden Stillsitzen auf dem Interkontinentalflug von Amsterdam nach Lima, denn es liegen ca.13 000 Flugkilometer zwischen diesen beiden Städten. Aber dann verging die Zeit doch recht schnell, nach ca. 10 Flugstunden konnten wir tief unter uns den Amazonas im tropischen Regenwald Brasiliens bewundern, nach zwei weiteren Flugstunden tauchte fast zum Greifen nah ein Hochgebirge, die Anden, mit Höhen von fast 7000 m auf. Dann, nach 13 Stunden Flugzeit, breitete sich unter uns die Pazifikküste mit dem riesigen Häusermeer von Lima aus, der Hauptstadt von Peru, eine 8-Millionenstadt mit ca. 60 km Nord-Süd-Erstreckung.

Peru, zwischen dem Äquator und ca. 18° Süd im Nordwesten Südamerikas gelegen, und ca. 3,5 mal so groß wie Deutschland, besitzt 3 sehr unterschiedliche Landschaftsräume: die Costa (2300 km langer Küstenstreifen), die Sierra (Hochgebirge der Anden) und die Selva (Gebiet des östlichen Andenvorlandes und des Amazonastieflandes mit tropischen Regenwald

Die Costa, in der ungefähr mittig Lima liegt, weist Wüstenklima auf. Im peruanischen Sommer von November bis März mit Tagesmitteltemperaturen um 25°C scheint hier jeden Tag die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Auch im Winter von Juni bis August sind die Temperaturen mit 16 bis 18°C gemäßigt, der Himmel aber ist meist trüb und grau. Aus dem häufigen Hochnebel fällt nur selten ein leichter Nieselregen.

In der Costa lebt über die Hälfte der Menschen Perus, ein Drittel aller Peruaner allein in Lima. Lima ist im letzten Jahrhundert, vor allem seit 1970, enorm gewachsen, bedingt durch einen starken Zuwanderungsstrom von Indios aus der Sierra, z.T. mehr als 200 000 pro Jahr. Die Menschen versuchen der Armut, Arbeitslosigkeit und Rückständigkeit in den ländlichen Regionen der Sierra zu entkommen und Arbeit und Wohnraum in Lima zu finden. Diese Hoffnung erfüllt sich häufig leider nicht, so dass insbesondere am Stadtrand immer weiter ausdehnende Hüttenviertel, in Lima „Barriadas“ genannt, entstehen. Die Menschen leben hier in Hütten oder einfachen, oft im Rohbauzustand bleibenden Steinhäusern unter sehr ärmlichen Bedingungen, häufig ohne Anschluss an das Wasser- oder Abwassernetz.

Ähnlich sind die Bedingungen in den älteren Unterschichtsvierteln, wie z.B. San Miguel, dem Viertel, in dem sich unsere Partnerschule San José im Bezirk Miramar befindet. Die Straßen sind hier zwar asphaltiert, eine Stromversorgung ist vorhanden, aber in den Hinterhöfen leben viele ganz arme Familien in engsten Hütten, die oft nur aus einem 12 m²-Raum für 8 Personen bestehen, häufig ohne fließendes Wasser und nur einem Eimer als Klo. Ein zentraler Wasserhahn für 30 Familien ist hier keine Seltenheit. Manchmal werden Meerschweinchen auf den vermüllten Dächern gehalten, damit es zumindest ab und zu eine Fleischmahlzeit geben kann.