„Schreien Sie mich an!“

Der „Club der toten Dichter“ auf der Bühne der Angelaschule

Wenn wir als Theaterleitung auf unsere Inszenierung von “Der Club der toten Dichter” zurückblicken, überwiegt vor allem ein Gefühl: große Dankbarkeit. Dankbarkeit für eine großartige Truppe, die sich mit Offenheit, Mut und Interesse auf dieses Stück eingelassen hat – und es in den Aufführungen am 5., 6. und 7. Februar 2026 um 19 Uhr sowie am 8. Februar 2026 um 17 Uhr lebendig werden ließ.

Als Schülerin hatte ich das Stück kurz nach Erscheinen des Kinofilms Anfang der 90er Jahre in einer Inszenierung der Theater-AG des Gymnasiums Bad Iburg gesehen. Besonders von Neil und Mr. Keating war ich fasziniert; eine Nachbarin von mir hatte eine Nebenrolle und ich fand es unglaublich, dass sie diese charismatischen Schauspieler:innen persönlich kannte. Meine Leidenschaft für Theater war geboren.

Doch nicht nur das, irgendwie war auch die Zugewandtheit des Mr. Keating etwas, was ich immer in eigenen Lehrer:innen und später dann Kolleg:innen zu schätzen wusste, und auch selbst versuche, umzusetzen. Mit meinem ersten Abiturjahrgang 2013 las ich den Roman im Englischunterricht, doch verschwand er dann wieder aus meinem Blickfeld.

Bis vor einem Jahr: Ich hatte plötzlich die Idee, dieses Werk bei der Auswahl unseres neuen Stückes in den Ring zu werfen. Und die Mehrheit entschied sich nach einer Anspielrunde dafür.

Auch wenn besonders das Casting eine große Herausforderung darstellte, schließlich hatten wir für eine so große Truppe zu wenige Sprechrollen, blieb die Faszination für das Stück erhalten. Und irgendwie merkten dann doch alle, dass genau diese Rollenkonstellation passte. Besonders das Zusammenspiel auf der Bühne wuchs im Laufe der Wochen zu einer echten Gemeinschaft heran, aber nicht nur dort. Diese Theater-AG lebt auch von dem Engagement neben, hinter, vor und um die Bühne herum: Plakatentwürfe, Technik, Musikvorschläge, Trailer-Dreh, Öffentlichkeitsarbeit, Social-Media, Programmheft, Kartenerstellung, Verpflegung, Bühnenaufbau etc. Ich kann gar nicht alles aufzählen, aber es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie Schüler:innen neben Rollenlernen und Schulalltag auch noch andere Aufgaben übernehmen oder Ehemalige von Studium oder Ausbildung zu Besuch kommen, um uns in unterschiedlichen Bereichen zu unterstützen.

Besondere Highlights der Proben und Inszenierungen waren die Szenen der Clubmitglieder. Hier entstand eine tolle Dynamik, sei es beim Toben im Zimmer von Neil und Todd, beim Anruf von Knox oder der Schlägerei zwischen Charlie und Richard. Aber auch die dramatischen Szenen um Keating und seine Schüler:innen wurden „gelebt“. Diese Echtheit übertrug sich auch auf das Publikum und machte viele Szenen besonders intensiv.

Das Wetter erschwerte in diesem Jahr die Proben und den Verkauf, da durch Eisglätte drei Proben und zwei Verkaufstage ausfielen, aber sobald die Bühne am eisfreien Freitag stand, gab es kein Zurück mehr und man konnte ein weiteres Mal die spezielle Wirkung der Bühne und der Kostüme erleben. Aus Schüler:innen wurden Schauspieler*innen.

Für uns als Theaterleitung war es wunderbar, die Begeisterung der Spielenden, aber auch des Publikums zu erleben. Dass die Vorstellungen so positiv angenommen wurden, dass die letzten beiden Vorstellungen ausverkauft waren und wir Anfragen zu Verlängerungen bekamen, ist für uns die schönste Bestätigung dieser intensiven Arbeit.

Ein besonders emotionaler Moment ist immer die Dernière, bei der die 13er ihre Lieblingsszene aus den gespielten Stücken noch einmal präsentieren dürfen. Diesmal war es ein Abschied von sieben Schüler:innen von Bühne und Technik, der auf allen Seiten tränenreich endete.

Wir sind stolz auf unsere Theater-AG – und auf jeden einzelnen, der diesen besonderen „Carpe-Diem“-Moment mitgetragen hat.

Viele weitere Bilder und Impressionen von den Auftritten finden sich in unserer Galerie.

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