Ökumenisches Friedensgebet – für Demokratie und Vielfalt

„Liebe Mitbetende, heute am Vortag der Kommunalwahlen gestalten wir von der Unsere-Welt-AG der Angelaschule das Friedensgebet – heute nicht wie gewohnt in der Marienkirche, sondern hier inmitten der verschiedenen kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Gruppen Für Demokratie und Vielfalt. Wir möchten mit unserem Gebet mitten in Osnabrück, der Friedensstadt, wo wir Demokratie und Vielfalt auf allen Ebenen lernen und leben, ein Zeichen der Solidarität setzenmit den Menschen, die vom Krieg betroffen sind. Menschen, die direkt in Kriegsgebieten leben oder kämpfen, Menschen, die geflohen sind aus Konfliktgebieten – auch hier in Osnabrück und Umgebung. Wir in der Angelaschule denken dabei besonders an die ukrainischen Schüler:innen, die seit dem Angriffskrieg zu unserer Schulgemeinschaft gehören und an die Menschen in der Ukraine, mit denen wir durch unsere Partnerschaft mit dem Basiliusgymnasium in Ivano Frankivsk verbunden sind.“

Mit diesen Worten haben wir die zahlreichen Zuhörer:innen bzw Mitbetenden begrüßt. Es war beeindruckend, wie alle – gerade in ihrer Verschiedenheit – mit uns gebetet und vor allem gesungen haben: „Herr gib uns deinen Frieden“, „Hewenu schalom alechem“, „Da berühren sich Himmel und Erde“.

Beten für den Frieden

Zwei Jahre nach Beginn des Krieges in der Ukraine versammelten wir uns heute Morgen mit der ganzen Schulgemeinschaft zu einem kurzen Friedensgebet in der Aula.

Zwei Jahre Krieg – was bringt es, dass wir (noch immer) beten? Diese Frage stellten Laura und Alessia aus der 11b und formulierten mit den hoffnungsvollen Worten von Albert Schweitzer: Beten verändert nicht die Welt. Aber Beten verändert Menschen. Und Menschen, wir alle, verändern die Welt.

Ein Symbol für den Frieden ist schon in der Bibel der Regenbogen: Gott setzt seinen Bogen in die Wolken, nachdem Kain seinen Bruder Abel erschlagen hat, und ermöglicht so in aller Gewalt und allem Chaos nach der Sintflut einen neuen, friedvollen Anfang. Clara und Finja aus der 6c trugen zu den Farben des Regenbogens Gedanken einer 13-jährigen israelischen Pfadfinderin vor:

Ich hatte eine Schachtel mit bunter Kreide, glänzend, schön und neu. Ich hatte eine Schachtel mit bunter Kreide, viele Farben waren dabei. Ich hatte kein Grau für die Panzer, kein Schwarz für weinende Kinder, kein Weiß für die Toten. Ich hatte Rot für die Liebe, Orange für die Lebensfreude, Gelb für das Licht und die Sonne, Grün für Knospen und Frühling. Blau für den leuchtenden Himmel und Lila für friedliche Träume. Ich setzte mich hin und malte: FRIEDE!

Das gemeinsame Vaterunser und das Lied „Hevenu schalom alechem“ brachten nicht nur unsere Hoffnung zum Ausdruck, sondern auch unsere Solidarität mit den vielen Kriegsopfern in der Ukraine und weltweit und mit den Geflüchteten, besonders mit denen, die nun Teil unserer Schulgemeinschaft sind.

Im Anschluss an das Friedensgebet setzte die 6c die poetischen Gedanken in die Tat um und malte mit bunter Straßenkreide das Wort Friede! auf das Pflaster des Campus. Möge es uns bis zum nächsten Regen daran erinnern, dass Friede jeden Tag auf‘s Neue an den kleinen Orten beginnt, an denen wir leben.