Immer den Kunden im Fokus …

Über alles rund um Werbung informierte Luisa Müllmann von der Piepenbrock Unternehmensgruppe GmbH + Co. KG, selbst ehemalige Angelaschülerin, nun Referentin für Personalmarketing und Employer Branding. Verschiedene Strategien der Werbung sollen den Schülerinnen und Schülern helfen, ihr Produkt zu vermarkten: Reicht es, allein das Produkt in Szene zu setzen? Soll der Stil eher sachlich sein oder eher emotional? Bedarf es eines prominenten Gesichts, das die Marke bekannt macht? Warum aber kann es auch riskant sein, wenn sich die Marke zu sehr an einen Promi bindet? Für welche Kunden wird das Produkt entworfen? Wie sieht es aus mit Influencer-Marketing? Welche Funktion hat die Story, die der Werbespot erzählt? Vielfältige Entscheidungen müssen nach diesem informativen theoretischen Input im Laufe des Tages getroffen werden …

Einen Staubsauger? Einen Rollator?

An die Arbeit also für die drei Gruppen: Nach demokratischer Abstimmung entschieden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass ein Grill das Produkt sein soll, das alle entwickeln sollen – nun je Gruppe in einem separaten Raum, Zutritt nur bei Erlaubnis nach Klopfen. Schließlich sollen ja keine Betriebsgeheimnisse preisgegeben und so womöglich den Konkurrenten ein Vorteil verschafft werden.

Seminarleiter Dominik Köppen vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft gGmbH, Unternehmer und Vermögensverwalter, hat selbst als Schüler am Management Information Game teilgenommen und betont, wie wichtig außerschulische Erfahrungen sind. Darüber erklärte er den Schülerinnen und Schülern, welches große Maß an Eigenverantwortung ihnen zukommt, und auch die Rolle von KI wurde thematisiert: „Fragt mich alles, doch umsetzen müsst ihr selbst.“

Zahlen, Fakten, Wissen …

Ich war mal für drei Stunden weg … auf einmal haben alle Ahnung, ich hingegen verstehe – wenig: „Euer eigenes Zahlungsverhalten könnt ihr frei variieren.“ „Als Unternehmen habt ihr andere Zahlungsfristen.“ „Skonto ist die Rabattierung der Rechnung für eine schnelle Zahlung.“ „Hängt noch mit dem Pfändungsrecht zusammen, müsst ihr aber schauen, ob ihr euch das leisten könnt.“ „Ihr müsst Möglichkeiten finden, eure Kosten zu decken.“ „Personalplanung“ „Fluktuation“ „Maschinenbestand und kumulierte Abschreibung“ „Am Ende der Periode müsst ihr auf jeden Fall einen Kredit aufnehmen.“ – Was bitte ist hier passiert? Alle wirken total professionell und sind tief eingestiegen in das Thema der Finanz- und Unternehmensplanung … 

Mal kurz reingeschaut und direkt was gelernt …

Geplant: Ein kurzer Blick, wie es so läuft. Bekommen: Ein spannendes Gespräch über Brand Building mit interessanten Erkenntnissen, wie beispielsweise, dass Marken als solche so präsent sind, dass locker über drei Runden jeder der Teilnehmenden eine beliebige Marke benennen konnte, von Lebensmitteln über Auto- und Computermarken bis hin zu Fashion vom Feinsten.

Oder auch: Eine Studie zeigte, dass 94% der Menschen die Marke CocaCola kennen … und warum sie trotzdem noch Werbung machen und dass Marken der wertvollste immaterielle Besitz einer Firma sind.

Und zudem: Zehn Unternehmen besitzen alle großen Weltmarken. Ob Cornflakes, Kakaopulver oder Orangenlimonade – diesen Markenriesen zu entgehen, ist schwer. (Quelle der Infografik: https://www.absatzwirtschaft.de/diese-zehn-unternehmen-besitzen-alle-grossen-weltmarken-212856/)

Darüber hinaus: Warum Corporate Identity wichtig ist und wie man sie herstellt.

Es bleibt spannend, wie die „Jungunternehmer:innen“ dieser Woche das Gelernte für ihre Arbeit nutzbar machen werden.

Warum MIG? – Aus Lehrersicht

Herr Koltermann:

„Ich habe mich für die Umsetzung des Management Information Game an der Angelaschule eingesetzt, weil ich den Schülerinnen und Schülern einen praxisnahen Einblick in wirtschaftliche Prozesse und unternehmerisches Denken ermöglichen möchte, was im alltäglichen Unterricht in Teilen zu kurz kommt. Das Projekt bietet interessierten Schülern die Gelegenheit, Einblick in diesen Bereich zu erhalten und ermöglicht es auf besondere Weise, theoretisches Wissen mit realitätsnahen Entscheidungen und Teamarbeit zu verbinden. Ferner stärkt es wichtige Kompetenzen wie Kommunikation, Problemlösung und verantwortungsbewusstes Handeln. Mir ist es ein besonderes Anliegen, Schule und Wirtschaft stärker miteinander zu verknüpfen und den Jugendlichen neue Perspektiven für ihre Zukunft zu eröffnen.“

Warum MIG? – Aus Unternehmersicht

Mirko Kohlbrecher, Prokurist und Vermögensbetreuer bei der Spiekermann & Co AG

„Ich übe meinen Beruf als Vermögensverwalter seit über 30 Jahren mit großer Leidenschaft aus und gebe meine Erfahrungen aus meiner täglichen Praxis gerne an andere weiter. Während die Schule das wichtige theoretische Fundament vermittelt, bildet das Wissen über die Börse und den Umgang mit Kapital eine entscheidende Ergänzung für die persönliche und finanzielle Zukunft. Mit meinem Vortrag möchte ich praxisnah aufzeigen, worauf es für den langfristigen Erfolg an den Kapitalmärkten wirklich ankommt.“

Simone Jahnke, Teamleitung Marketing und Kommunikation, Prowind GmbH

„Als regional verwurzeltes Unternehmen ist es uns wichtig, junge Menschen bei ihrer beruflichen Orientierung zu unterstützen. Das Management Information Game vermittelt wirtschaftliche Zusammenhänge praxisnah und fördert wichtige Kompetenzen wie Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein und unternehmerisches Denken. Die Energiewende braucht engagierte und gut ausgebildete Fachkräfte – deshalb freuen wir uns, Schülerinnen und Schülern durch unsere Unterstützung die Möglichkeit zu geben, wertvolle Erfahrungen für ihren weiteren Berufs- und Lebensweg zu sammeln.“

Alischa Westemeyer, Manager Corporate Communication, Felix Schoeller & Co. KG

„Als regional verwurzeltes Familienunternehmen investiert Felix Schoeller bewusst in die Nachwuchsförderung der Angelaschule Osnabrück, um die Brücke zwischen Bildung und Wirtschaft für junge Menschen zu stärken. Das praxisnahe Planspiel bietet Schülerinnen und Schüler eine sehr gute Möglichkeit, sich früh mit ökonomischen Themen und dem unternehmerischen Denken zu befassen und vermittelt Kompetenzen, die für Ausbildung, Studium und Beruf entscheidend sind. Wir freuen uns, hierbei unterstützen zu dürfen und hoffen, viele junge Menschen für die Wirtschaft begeistern zu können.“

Warum MIG? – Aus Schülersicht

„Mich interessiert besonders, wie Unternehmen planen, Entscheidungen treffen und auf Herausforderungen reagieren. Deshalb freue ich mich darauf, im Management Information Game wirtschaftliche Zusammenhänge praktisch zu erleben und neue Perspektiven und Herausforderungen auf Unternehmensführung kennenzulernen.“

Phillipp, Klasse 11b:

„Ich habe mich dazu entschieden, weil ich generell Interesse an solchen Dingen habe. Außerdem denke ich, dass so eine Erfahrung etwas für den weiteren Verlauf des Lebens bringen kann, indem man nützliche Skills dazulernt. Und natürlich auch, weil Freunde mich gefragt haben, wie bereits erwähnt, ich nichts dagegen habe, und gerne mit ihnen ein Produkt erarbeiten möchte.“

Mats, Klasse 11b

„Ich habe mich für das Management Information Game angemeldet, da ich mich persönlich sehr für unternehmerisches Denken und generell für das Entwickeln eines Produktes interessiere. Außerdem freue ich mich darauf, eine spaßvolle und informative Woche zusammen mit meinen Freunden zu erleben.“

Management Information Game – Nice to know …

Welche Idee, welches Ziel steht hinter dem MIG?

Beim MIG handelt es sich um ein Wirtschaftsplanspiel für Schülerinnen und Schüler. Klingt trocken? Ist es aber nicht. Die Schülerinnen und Schüler schlüpfen in die Rolle von Führungskräften mittelständischer Betriebe und entwickeln unter Begleitung von Referentinnen und Referenten aus regionalen Unternehmen ein Produkt und eine Marketingstrategie. Sie „kaufen“ im Rahmen einer Computersimulation Material ein, treffen Investitions- und Personalentscheidungen und kalkulieren Preise, um ihre selbst gesteckten Unternehmensziele zu erreichen. Parallel dazu erhalten sie als Grundlage für ihre Arbeit Informationen und grundlegende betriebs- und volkswirtschaftliche Themen.

Wer nimmt am MIG teil?

Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs treten in Gruppen mit ihren unternehmerischen Ideen gegeneinander an.

Wie läuft das MIG ab?

Drei Gruppen, die miteinander konkurrierende Unternehmen darstellen, erhalten die Aufgabe, jeweils eine unternehmensspezifische Zielsetzung zu formulieren und in entsprechende Planungen und Entscheidungen umzusetzen. Die Entscheidungen werden im Anschluss an jede Spielrunde durch eine Computersimulation ausgewertet. Im Anschluss daran erhalten die Spielerinnen und Spieler entweder eine Bestätigung der von ihnen verfolgten Strategie oder haben Anlass, in der nächsten Spielrunde zu überdenken und zu korrigieren. Am Donnerstag werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert.

Wer unterstützt das MIG?

Das Planspiel selbst wird angeboten über das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft gGmbH – ein Bildungsunternehmen, dass zukunftsorientierte Lernlösungen im wirtschaftlichen Bereich für niedersächsische Schülerinnen und Schüler anbietet. Gastgeberin Präsentationsabend am Donnerstag ist die Vereinigte Volksbank eG Bramgau Osnabrück Wittlage; verschiedene Osnabrücker Unternehmen unterstützen durch finanzielles Sponsoring.

Gottesdienst der Stiftungsschulen

In der Heilig-Kreuz-Kirche in Würzburg wurde heute gemeinsam mit den Gruppen der BBS im Marienheim Osnabrück und der Johannisschule Bremen ein Gottesdienst mit Bischof Dominicus gefeiert, wobei besonders erwähnt werden sollte, dass Simon, Simon, Vincent und Johannes ihre Aufgabe als Messdiener dabei ganz hervorragend erfüllt haben. 😉 Profis unter sich …

Bischof Dominicus betonte, dass es nun statt der zunächst geplanten großen Gruppe zwar eine kleine, aber feine sei, die sich in der Kirche versammelt habe, um nach dem Trubel der vergangenen Tage ein wenig zur Ruhe zu finden.

Das Banner zeigt die Handabdrücke einiger Teilnehmerinnen und Teilnehmer.