Nichts läuft ohne Geld – ob in der kleinen Firma nebenan oder im großen Weltkonzern. Um also einen Einblick zu gewinnen, wo und wie MIT Geld gearbeitet wird, besuchten die tapferen, kreativen Grill-Designer heute Morgen eine Filiale der Vereinigten Volksbank Bramgau Osnabrück Wittlage. Folgende Bereiche lernten sie dabei kennen:
Im Religionsunterricht haben wir eine Ersatzarbeit in Form eines Museumskoffers zum Thema „Moderne Propheten“ gestaltet.
Wir haben uns mit Menschen beschäftigt, die sich heute für Gerechtigkeit, Frieden und andere wichtige Werte einsetzen. Im Koffer waren verschiedene Texte, Bilder und Aufgaben, mit denen wir gearbeitet haben. Wir mussten viel selbst lesen, nachdenken und unsere eigenen Ideen aufschreiben. Dabei haben wir gelernt, was moderne Propheten sind und warum sie heute noch wichtig sind.
Die Arbeit war abwechslungsreich, kreativ und ganz anders als normaler Unterricht.
Justus Warnecke berichtet über die Struktur seiner Arbeitsgruppe:
Unsere Gruppe ist in folgende zwei Teile aufgeteilt. Es gibt einmal das Rechnerteam, welches sich um das Planspiel kümmert und die Werte im Spiel der jeweiligen Periode anpasst. Dann gibt es das Marketing Team, welches sich um die Präsentation am Donnerstag kümmert und das Produkt entwickelt. Das Marketing Team besteht aus vier Leuten, wobei sich zwei um das Werbevideo kümmern und zwei um die Präsentation. Das Rechenteam besteht aus drei Personen, von denen sich zwei um die Auswertung der vergangenen Spielperioden kümmern und eine Person die Zahlen einträgt und Optimierungsvorschläge bringt.
Man hört heute: „Hol mal die Marktanalyse.“ „Tausend neue Facharbeiter!“ „Wenn wir die Maschinenkapazität runterschrauben, sparen wir ne Menge Geld.“ „Schaut mal, ob bei euch was von Fertigware steht.“ „Haben wir denn so ca. 25 Millionen Stück zur Verfügung?“ „Irgendwann müssen wir mal expandieren.“ „Du willst kochen, aber hast keine Nudeln. Wie willst du dann Nudeln kochen?“
Was passiert? Inzwischen sind die Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer in der dritten Spielperiode angekommen, wobei jede Spielperiode drei Monate mit dem Unternehmen simuliert. Während es in den ersten beiden Phasen darum ging, sich mit den Gepflogenheiten des Unternehmens vertraut zu machen, sich am Markt zu konsolidieren und eine Marketingstrategie voranzubringen, gibt es in der dritten Runde eine besondere Herausforderung zu bewältigen: Ein beträchtlicher Teil der imaginären Mitarbeiter ist im Urlaub, was bedeutet, dass die Kosten gleich bleiben, die Produktionskapazität aber sinkt. Das wiederum kann problematisch werden, wenn man vorher zu knapp gewirtschaftet hat …
Luisa Müllmann, Marketing und Kommunikation, Piepenbrock Unternehmensgruppe gGmbH + Co. KG
„Ich mache beim Management Information Game mit, weil ich es wichtig finde, Schule und Praxis ein Stück näher zusammenzubringen. Das Format gibt Schüler:innen die Möglichkeit, wirtschaftliche Zusammenhänge selbst zu erleben, Entscheidungen zu treffen und im Team Lösungen zu entwickeln. Mit meinem Vortrag zum Marketing möchte ich ein paar Einblicke aus der Praxis beisteuern. Dabei geht es mir weniger darum, fertige Antworten zu liefern, sondern eher darum, Denkanstöße zu geben und unterschiedliche Perspektiven aufzuzeigen.
Besonders gern bin ich auch bei den Abschlusspräsentationen dabei. Ich finde es jedes Mal spannend zu sehen, was die Teams innerhalb weniger Tage auf die Beine stellen und welche unterschiedlichen Lösungsansätze dabei entstehen.“
Über alles rund um Werbung informierte Luisa Müllmann von der Piepenbrock Unternehmensgruppe GmbH + Co. KG, selbst ehemalige Angelaschülerin, nun Referentin für Personalmarketing und Employer Branding. Verschiedene Strategien der Werbung sollen den Schülerinnen und Schülern helfen, ihr Produkt zu vermarkten: Reicht es, allein das Produkt in Szene zu setzen? Soll der Stil eher sachlich sein oder eher emotional? Bedarf es eines prominenten Gesichts, das die Marke bekannt macht? Warum aber kann es auch riskant sein, wenn sich die Marke zu sehr an einen Promi bindet? Für welche Kunden wird das Produkt entworfen? Wie sieht es aus mit Influencer-Marketing? Welche Funktion hat die Story, die der Werbespot erzählt? Vielfältige Entscheidungen müssen nach diesem informativen theoretischen Input im Laufe des Tages getroffen werden …
An die Arbeit also für die drei Gruppen: Nach demokratischer Abstimmung entschieden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass ein Grill das Produkt sein soll, das alle entwickeln sollen – nun je Gruppe in einem separaten Raum, Zutritt nur bei Erlaubnis nach Klopfen. Schließlich sollen ja keine Betriebsgeheimnisse preisgegeben und so womöglich den Konkurrenten ein Vorteil verschafft werden.
Seminarleiter Dominik Köppen vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft gGmbH, Unternehmer und Vermögensverwalter, hat selbst als Schüler am Management Information Game teilgenommen und betont, wie wichtig außerschulische Erfahrungen sind. Darüber erklärte er den Schülerinnen und Schülern, welches große Maß an Eigenverantwortung ihnen zukommt, und auch die Rolle von KI wurde thematisiert: „Fragt mich alles, doch umsetzen müsst ihr selbst.“
Ich war mal für drei Stunden weg … auf einmal haben alle Ahnung, ich hingegen verstehe – wenig: „Euer eigenes Zahlungsverhalten könnt ihr frei variieren.“ „Als Unternehmen habt ihr andere Zahlungsfristen.“ „Skonto ist die Rabattierung der Rechnung für eine schnelle Zahlung.“ „Hängt noch mit dem Pfändungsrecht zusammen, müsst ihr aber schauen, ob ihr euch das leisten könnt.“ „Ihr müsst Möglichkeiten finden, eure Kosten zu decken.“ „Personalplanung“ „Fluktuation“ „Maschinenbestand und kumulierte Abschreibung“ „Am Ende der Periode müsst ihr auf jeden Fall einen Kredit aufnehmen.“ – Was bitte ist hier passiert? Alle wirken total professionell und sind tief eingestiegen in das Thema der Finanz- und Unternehmensplanung …
Geplant: Ein kurzer Blick, wie es so läuft. Bekommen: Ein spannendes Gespräch über Brand Building mit interessanten Erkenntnissen, wie beispielsweise, dass Marken als solche so präsent sind, dass locker über drei Runden jeder der Teilnehmenden eine beliebige Marke benennen konnte, von Lebensmitteln über Auto- und Computermarken bis hin zu Fashion vom Feinsten.
Oder auch: Eine Studie zeigte, dass 94% der Menschen die Marke CocaCola kennen … und warum sie trotzdem noch Werbung machen und dass Marken der wertvollste immaterielle Besitz einer Firma sind.