„Jetzt mal in Zeitlupe oder in Roboter-Manier“

DS-Kurs unterhielt bestens mit einem bunten Potpourri aus Improvisation und kreativen Szenen-Ideen

Am Dienstag, den 16. Juni, war es endlich so weit: Wir vom Kurs Darstellendes Spiel hatten unsere Aufführung vor einem geladenen Publikum. Und um es vorweg zu nehmen: Während der gut 70-minütigen Werkschau wurde sehr viel gelacht und wir haben ein durchweg begeistertes Feedback für unsere lebhafte Darbietung bekommen.

Wir haben viele verschieden Szenen, Übungen und Spiele gezeigt um einen möglichst realistischen Einblick in unseren Unterricht bei Frau Stubbe zu zeigen – und damit das Publikum bestens unterhalten.

Das ganze vergangene Schuljahr über haben wir uns mit verschiedenen Möglichkeiten, eigene Szenen zu entwickeln, beschäftigt. Dazu haben wir mit vielen verschiedenen Regeln, Genres und theaterästhetischen Gestaltungsmitteln gearbeitet, welche die Szenen bewusst und interessant gestalten.  Ein weiterer großer Punkt in unserem Unterricht war die Improvisation. So haben wir zum Beispiel mit einem vorgegebenen Gegenstand eine Szene gespielt, ohne vorher zu wissen, was passiert. Jeder von uns ist dabei über sich selbst hinaus gewachsen und hat sich selbst von einer ganz neuen Seite kennengelernt.

Vor Beginn der Show haben wir dem Publikum einige unserer „Warm-Ups“ gezeigt und die Gäste eingeladen mit uns zu spielen. Angefangen haben wir dann auf der Bühne mit der Impro-Übung „Bilder stellen“, wobei wir nach Themenwünschen des Publikums („Hochzeit“ und „Michael Jackson“) auf der Bühne ein lebendiges Foto erstellt haben. Danach folgte „Wachsen und Schrumpfen“, eine Improvisationsübung, bei welcher Stück für Stück immer mehr Schüler:innen auf die Bühne dazukommen und sich jedes Mal eine neue Szene entwickelt. Im echten „Profi-Format“ „A spricht B spricht C“ spielten Anton, Emil und Ole auf Wunsch des Publikums „Rapunzel“ nach. Der Haken an der Sache: Die Schauspieler haben nicht die eigene Rolle gesprochen, sondern immer die einer anderen Person – ein äußerst erheiterndes Unterfangen, das vor Zuschauern riesigen Mut erfordert, da übliche  „mentale Kontrollmechanismen“ außer Kraft gesetzt werden.

Danach folgten ausgewählte Szenen, die im Unterricht entstanden sind. Zuerst gab es eine Werbung, bei welcher eine Krippe auf der Website „Krippen-im-Juni“ verkauft wurde – natürlich zu einem Sonderpreis. Danach konnten sich drei Publikumsteilnehmer als Regisseure üben: Vor Beginn der Aufführung hatten einige Zuschauer Handlungsanweisungen auf Zettel geschrieben. Diese wurden zunächst eine Minute ausgeführt und dann noch einmal durch konkrete theaterästhetische Mittel verändert, welche die Publikumsregisseure aus einem Pool von Vorschlägen auswählen durften. So wurden die Stühle in Zeitlupe verrückt, der Helm wütend aufgesetzt, der Stuhl schreiend bestiegen, die Treppe in Roboter-Manier und im Zeitraffer erklommen…

Eine weitere Szene, in der ein antiker Kompass im Mittelpunkt stand, wurde nach Publikumswünschen verändert: Dabei bekamen Jara, Tabea und Malte je ein neues Gefühl zugewiesen (traurig, aggressiv, betrunken) und ließen damit völlig spontan eine veränderte Szene entstehen – dies gelang ihnen sehr überzeugend und amüsant.

Anschließend folgten Szenen mit verschiedenen Genres (Abenteuer, Fantasy, Kindersendung) sowie Szenen, welche auf einen Monolog aus Büchners Leonce und Lena aufgebaut wurden. Es wurde deutlich, wie unterschiedlich Szenen sein können, auch wenn sie dieselben Voraussetzungen haben. Dies war auch beim letzten Szenenblock zu sehen, bei welchen wir 5 Kriterien benutzten (u.a. etwas Gesungenes, 10 Sekunden lachen, eine Tätigkeit, die 15 Mal ausgeführt wird…), um daraus Szenen zu entwickeln. Jede dieser Szenen hatten eine komplette andere Handlung unterschiedliche Verläufe – am Ende mündete das Highschool-Drama um eine große Liebe in einer beschwingten Choreografie, bei der noch einmal die ganze Gruppe zu „Die Tasse Kaffee“ auf der Bühne stand und die Zuschauer bestens gelaunt in den Abend entließ. Ein gelungener Abend, dem anzumerken war, was Malte Rüsel als Abschlusswort ans Publikum richtete „Es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht und wir sind froh, dass wir dieses Fach an der Angelaschule belegen dürfen!“.

Weitere Impressionen dieses Abends finden sich in unserer Galerie.

DS-Kurs entzündet buntes-Ideenfeuerwerk

Am 11.06. war es so weit: Nach intensiven Proben und viel kreativer Arbeit durfte der diesjährige Darstellendes Spiel Kurs des Jahrgangs 12 von Frau Stubbe einigen Mitschüler:innen, Eltern und Lehrer:innen die Vielfalt dieses Faches auf der kleinen Bühne in der Aula präsentieren. Dabei entzündeten die 21 Schüler:innen ein buntes und gekonntes Feuerwerk an Ideen und Dynamik, für das sie viel Lob ernteten.

Zu Beginn der Werkschau waren die Gäste dazu eingeladen, in Form von theatertypischen Aufwärmübungen einen ersten Einblick in den DS-Unterricht zu bekommen und dabei auch selber mitzumachen. Spiele, Yoga, Improvisations-Übungen und einiges mehr wurden den Zuschauern so nahegebracht. Man konnte erste Begeisterung erkennen. Die anschließende Aufführung beinhaltete dann Improvisationsspiele, eine Montage selbst erschaffener eingeübter Szenen sowie kurze Erklärungen zu den gestalterischen Methoden. Das Publikum wurde bei dieser Aufführung häufig mit einbezogen. Beim sogenannten „Bilderstellen“ konnten die Zuschauer eine Situation vorschlagen, zu der die Schauspieler:innen ein passendes Foto gestellt haben: Die Ideen zu „Urlaub“, „Konzert“ und „Zeugnisvergabe“ erheiterten das Publikum sichtlich. Auch wirkten Zuschauer beim sogenannten „Marathon“ mit, indem sie die Körperhaltung zweier Schauspieler bestimmten, aus denen dann die Szenen entwickelt wurden. Die Impro-Spiele kamen alle sehr gut an und wurden mit viel Humor aufgefasst.

Erklärungen zum Fach Darstellendes Spiel folgten häppchenweise und halfen dem Publikum, das Präsentierte zu verstehen. Ein sehenswerter Programmpunkt war das „9 Punkte Feld“. Hier nahmen nach und nach neun Schüler:innen die zentralen Plätze der Bühne ein und stellten sich jeweils in ihrer im Unterricht entwickelten Rolle dem Publikum vor. Danach beantworteten die sehr verschiedenen Charaktere in einer „Rollenbefragung“ spontane Fragen des Publikums. So gab der Mönch „Moorbeck“ (Matthis Niemeyer) einen Einblick ins Klosterleben, während „Hildegard“ (Marie Potthoff) von ihren Gartenzwergen berichtete, die sie für jeden ihrer Ex-Lover aufstellte, oder „Feminist“ Justin (Theresa Dobbe) seine Vorliebe für Frauen kundtat. Verschiedene Mittel der szenischen Gestaltung wurden besonders im letzten Teil der Vorführung deutlich und boten einen interessanten Einblick in die Komplexität des DS-Unterrichtes. Die Darsteller:innen zeigten zum Beispiel ihre ausgesprochen phantasievollen Szenen zu Dialogen aus Brechts „Der Gute Mensch von Szechuan“ sowie König Peters Monolog aus „Leonce und Lena“. Besonders die letzte Szene riss das Publikum mit – dies vor allem aufgrund eines Tanzes, den junge Erwachsene meist kennen. Den Darstellern (Paul Südmersen, Marcel Wehner, Gabriel Schawe, Matthis Niemeyer) gelang es bei ihrem dynamischen Auftritt, die Leute aus dem Publikum zum Mittanzen zu animieren und damit die Zuschauer wieder hautnah in das Geschehen einzubeziehen.

Allgemein kann man sagen, dass die Aufführung ein voller Erfolg war und das Feedback währenddessen und danach nur positiv ausfiel. Die Zuschauer lernten die Vielfalt und Arbeitsweise des Faches Darstellendes Spiel kennen und hatten gleichzeitig einen bewegten und interessanten Abend, an dem viel gelacht wurde. Einen kleinen Einblick kann man in den Fotos erhaschen, falls man am Abend nicht anwesend sein konnte.

Mit dabei bei der Werkschau waren außerdem: Emely Bartke, Kristin Bergmann, Lasse Denneberg, Viola Fernando, Jonas Hohoff, Elisabeth Heddergott, Ida Niebuhr, Maxi Rech, Hendrik Pluta, Carolina Schäfer, Charlotte Strößner, Maria Santel, Jasper Wöstmann, Luisa Wöstmann, Thilo Timmen.

Von Mondlandung, Zähneputzen und Bundestagswahl

Der DS-Kurs des Jahrgangs 13 begeisterte das Publikum bei seiner Werkschau mit Ideenreichtum und Spielfreude

Ob „Mondlandung, „Zähneputzen“ oder „Bundestagswahl“ – dem Darstellendes Spiel-Kurs des Jahrgang 13 fiel bei seiner Werkschau wirklich zu jedem Thema etwas ein. Witzig, geistreich, dynamisch und souverän improvisierten die 16 Angela-Schüler*innen auf der kleinen Bühnen in der Aula und unterhielten die 60 geladenen Gäste dabei über 100 Minuten bestens. Dabei erwartete die Zuschauer keine „klassische Theateraufführung“, sondern ein buntes Potpourri aus Improvisationsformaten, Theaterübungen, Warm ups, selbst entwickelten Szenen und anschaulichen Erklärungen. Mit ausgeprägter Spielfreude vermittelten die Angelaner*innen spannende Einblicke in die Arbeitsweise des Darstellenden Spiel-Unterrichtes und ließen den berühmten Funken aufs Publikum überspringen. „Im DS wird vor allem experimentiert“, erläuterte Kursleiterin Catrin Stubbe: Experimente mit Genres, ästhetischen Gestaltungsmitteln, Sprech- und Körperhaltungen, szenischen Kompositionsmethoden sowie verschiedensten Impulsen zur Entwicklung von Szenenideen.

BIG EXIT: ADAM UND EVA RAUS !!!!

Projektteam der Angelaschule bringt die Bibelgeschichte mit viel Humor auf die Bühne der OsnabrückHalle

‚Big Exit‘ im ‚Eden Camp‘: Adam und Eva raus!!!! Diese fingierte Bildzeitungsschlagzeile blitzt auf der 15 Meter breiten Leinwand in der OsnabrückHalle auf und sagt (fast) alles: Adam und Eva leben nicht etwa im Paradies, sondern – ohne es zu ahnen – in einer Art „Dschungel-Camp“. Ihre ‚Challenge‘ können sie nicht bestehen, sie brechen ihren TV-Vertrag, die  umjubelte Moderatorin ‚Lady Gott‘ schmeißt die beiden raus aus ihrem Camp…

Diese höchst unterhaltsame und selbst entwickelte Fassung der biblischen Schöpfungsgeschichte brachte eine Projektgruppe der Angelaschule auf die große Bühne der OsnabrückHalle. Damit leistete das 10köpfige Ensemble einen humorvollen und spritzigen Beitrag zum interschulischen Theater-Großprojekt „One World“. Im Mittelpunkt der Veranstaltung der Hull Foundation, die rund 1400 Besucher sahen, stand das Thema ‚Flucht und Vertreibung‘.

Ein Feuerwerk an Dynamik und brillanter Schauspielkunst

Pedro Fuentes bringt mit „Quilapán“ eindringlich die Situation der Mapuche in Chile auf die Bühne

imgp4810-kopie Ein Feuerwerk an Dynamik und brillanter Schauspielkunst erlebten gestern 70 Schüler/innen des Faches Spanisch. Der chilenische Profi-Schauspieler Pedro Fuentes präsentierte am Dienstag in der Aula sein aktuelles Stück zur Geschichte und aktuellen Situation des Indio-Volkes der Mapuche in Chile – eine Inszenierung, die auf der Erzählung „Quilapán“ von Baldomero Lilo basiert. Es war schon beeindruckend, wie der 28jährige den Konflikt zwischen dem Mapuche Quilapán und Don Cosme, Mitglied der herrschenden Schicht in Chile, 45 Minuten lang in einer ebenso Energie geladenen wie einfühlsamen Ein-Mann-Show darstellte.

imgp4804-kopieMit einer Extra-Portion südamerikanischen Temperaments und vielen folkloristischen Elementen veranschaulichte Pedro Fuentes die unlauteren  Methoden, mit denen sich Don Cosme das Land Quilapáns aneignete – durch Betrug, Gewalt und die Unterstützung einer korrupten Verwaltung. Quilapán und Don Cosme sind dabei ein Sinnbild für den bis heute andauernden Kampf der chilenischen Urbevölkerung um das Land, das ihre Vorfahren bis zur Ankunft der Spanier seit Jahrhunderten bewohnt hatten. Ein Kampf, so wurde sehr eindringlich deutlich, nicht nur um das rechtmäßige Hab und Gut der Mapuche, sondern vielmehr um die Seele eines gesamten Volkes.

imgp4819-kopieVor allem durch seine ausgeprägte Körperarbeit, seine stimmliche Variationsbreite sowie Musik und Requisiten aus der Mapuche-Tradition gelang dem jungen Chilenen eine in allen Belangen überzeugende Darbietung, mit der er auch die Schüler/innen ein wenig bei der Stange halten konnte, die erst vor kurzem mit dem Erlernen der spanischen Sprache begonnen hatten und daher dem Text und dem Handlungsfaden nur im Ansatz folgen konnten. Unser herzlicher Dank gilt auch unserer ehemaligen Schülerin Annika Erpenbeck, die durch ihr persönliches Engagement diesen Auftritt in die Wege geleitet hatte.