Archiv des Autors: Dr. Simon Hügelmeyer

First Light für AGRO

Die ersten warmen und sonnigen Frühlingstage ließen nicht nur die gute Laune ansteigen, sondern auch astronomische Beobachtungen zu. Da die Schutzhütte der neuen robotischen Sternwarte mit dem Namen AGRO (Angela Great Robotic Observatory) auf dem Dach des Hauptgebäudes der Angelaschule noch kurz vor den Osterferien fertiggestellt werden konnte, war nun die Zeit das Teleskop aufzubauen. Der spannende Moment ist natürlich das sogenannte „First Light“, also das erste Licht, was vom Teleskop aufgenommen wird.

Obwohl der Orion zu den typischen Wintersternbildern gehört, ist er auch noch Ende März kurz nach Sonnenuntergang im Westen sichtbar. Trotz des niedrigen Standes über dem von der städtischen Beleuchtung aufgehellten Horizont, konnte mit Hilfe spezieller Schmalbandfilter das Licht des Orionnebels, einer großen Wolke aus leuchtendem Gas, eingefangen werden. In jedem der drei Filter wurden fünf Aufnahmen à 1 Minute gemacht und zu einem Farbbild kombiniert. Der grüne Anteil im Bild kommt vom leuchtenden Wasserstoff, der blaue Anteil von Sauerstoff und der rote Anteil von Schwefel. 

Demnächst kann das Teleskop von jedem Ort der Welt ferngesteuert werden und in Zukunft auch vollständig autonom Beobachtungen durchführen. Wir freuen uns auf interessierte Schülerinnen und Schüler, die eigene Beobachtungsideen haben und AGRO für ihre Forschungsprojekte nutzen wollen. Dies kann z.B. im Rahmen eines Projekts in der Jugend Forscht AG stattfinden. 

Tolle Ergebnisse beim digitalen Regionalwettbewerb Jugend forscht 2021

In diesem Schuljahr ist vieles anders, auch der Regionalwettbewerb Jugend forscht 2021. Im letzten Jahr noch konnten die Jungforscher für zwei Tage nach Lingen fahren und ihr Projekt einem interessierten Publikum sowie der Fachjury vorstellen. In diesem Jahr mussten die Jurygespräche am Samstag, dem 27.02.2021, per Videokonferenz stattfinden. Mit tollen Präsentationen und viel Engagement haben sich die vier Teams der Angelaschule auf diesen Wettbewerb vorbereitet und alle Forschungsprojekte wurden mit einem Preis prämiert. Das Video mit der Siegerehrung kann unter https://www.youtube.com/watch?v=XMe52HnRboA&feature=youtu.be angesehen werden.

Im Wettbewerb „Schüler experimentieren“, bei dem die unter 15jährigen antreten, haben Alexander Brink (8b) und Jonathan Kopka (8d) mit ihrer selbst entwickelten Smartphone Morse-App den Sonderpreis „Make Jahresabonnement“ gewonnen. Das Projekt hat viel Potenzial und wird sicherlich weiterentwickelt.

Janis Kohlbrecher, Niels van Alste und Eric Weber (alle 8c) haben sich mit der Fragestellung beschäftigt, wie man mit einem Heizdraht das Beschlagen von Brillengläsern verhindern kann. Dies ist vor allem beim Tragen von Schutzmasken ein relevantes Problem. Die Jungforscher dürfen sich über den 2. Preis in der Kategorie „Technik“ freuen.

Leonard Barlag und Tim Kloska (beide 8c) haben mit der Schulsternwarte den Cirrusnebel im Sternbild Schwan beobachtet und mit Hilfe von Farbfiltern untersucht, ob man das Leuchten von Wasser- und Sauerstoffgas räumlich trennen kann. Für diese gelungene Arbeit erhielten sie einen 2. Preis in der Kategorie „Geo- und Raumwissenschaften“.

Im Wettbewerb „Jugend forscht“ haben Lukas Menkhaus, Jonas Rohe und Cedric Thomas (alle Jahrgang 13) mit ihren tollen Beiträgen zur Automatisierung der robotischen Sternwarte auf dem Dach der Angelaschule (https://www.angelaschule-os.de/wie-noch-eine-sternwarte/) einen guten 3. Preis in der Kategorie „Technik“ erzielt. 

Außerdem kann sich die Angelaschule in diesem Jahr über den „Sonderpreis für engagierte Talentförderer“ freuen, der mit 100 Euro dotiert ist.

Wir gratulieren allen Teilnehmern von ganzem Herzen und hoffen, dass sie ihre Forschungsprojekte weiterverfolgen und die Freude am Experimentieren nicht verlieren.

Wie? Noch eine Sternwarte?

Ja, noch eine Sternwarte! Denn Sternwarten sind super. Wo sonst kann man viele Millionen Lichtjahre weit schauen oder z.B. die Überreste explodierter Sterne beobachten. Die Sternwarte im Klostergarten hat bereits viele schöne Beobachtungsnächte ermöglicht. Allerdings ist es oftmals schwierig, Beobachtungstermine mit Schülern zu finden, denn entweder haben nicht alle Beteiligten Zeit oder das Wetter spielt nicht mit. Außerdem müssen Schüler und Lehrkräfte am nächsten Morgen wieder früh aufstehen und so ist nicht immer genug Zeit, um ein Beobachtungsprojekt in einer (halben) Nacht zu vervollständigen.

Daher war die Lösung naheliegend: Wir würden gerne eine Sternwarte auf dem Dach des Hauptgebäudes bauen, die über das Internet gesteuert werden kann und in naher Zukunft auch vollkommen autark Beobachtungen nach vorheriger Planung durchführen soll. Selbstverständlich muss eine solche robotische Sternwarte mit viel Elektronik ausgestattet werden. Dazu haben Schüler des Seminarfachs „Sensoren, Motoren und Co.“ aus dem Jahrgang 13 selbst Teile beigesteuert. So wurde eine Wetterstation gebaut, der Motorantrieb des Dachs realisiert oder die automatisierte Belüftung für die Schutzhütte entwickelt, damit es keine Feuchtigkeitsprobleme in der neuen Sternwarte gibt. Drei Schüler aus dem Seminarfach werden im Februar mit dem Projekt „Automatisierung einer robotischen Sternwarte“ beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ antreten.

Am 17.12.2020 war es nun endliche so weit und ein Kran hat die im Werkraum der Schule vorgefertigten Teile der Sternwarte auf das Schuldach gehoben. Bei windigem Wetter und Regen wurde die Schutzhütte erfolgreich montiert. Das Dach lässt sich bereits mit den eingebauten Motoren öffnen und schließen. In den nächsten Wochen sollen die letzten Arbeiten an der Schutzhütte abgeschlossen und das Teleskop samt der benötigten Elektronik installiert werden. Wir hoffen, dass die Sternwarte im Frühjahr ihr sogenanntes „first light“ hat, dass also die ersten Aufnahmen mit dem neuen Teleskop gemacht werden können.

Supernova SN2020jfo beobachtet

Sterne leuchten über viele Millionen oder gar Milliarden von Jahren mit fast gleichbleibender Helligkeit. Doch wenn der Brennstoff der Gaskugeln aufgebraucht ist, beschließen sie ihr Leben in einer gewaltigen Explosion. Die Helligkeit des sterbenden Sterns nimmt dabei um viele Größenordnungen zu.

Ein solches Ereignis kann momentan in der etwa 66 Millionen Lichtjahre entfernten Spiralgalaxie M61 im Sternbild Jungfrau beobachtet werden. Am 14. Mai wurde die Supernova SN2020jfo mit dem Teleskop der Schulsternwarte aufgenommen. Das Bild zeigt die Spiralgalaxie mit der Supernova, die mit dem Pfeil markiert ist. Die anderen Sterne sind Objekte aus unserer Galaxie, die nur zufällig in derselben Blickrichtung liegen. Ihre Entfernung zur Erde ist viel geringer, weswegen sie ähnlich hell wie die Supernova erscheinen.

Angela-Physiker sehr erfolgreich bei Jugend forscht in Lingen

In diesem Jahr ist die Angelaschule mit vier Projekten zum Regionalwettbewerb Jugend forscht nach Lingen gereist. Die Teams stellten Arbeiten zu den Gebieten Biologie und Physik vor und konnten in vielen interessanten Gesprächen mit der Jury und Besuchern Anregungen für die weitere Forschungsarbeit erhalten.

Klara Schulte und Julie Trennhaus (beide Klasse 9a) hatten ihr Projekt „Erste Schritte eines eigenen Eisenersatzes für Vegetarier“ vorgestellt. Sie traten im Bereich Biologie bei „Schüler experimentieren“, dem Wettbewerb für die unter Fünfzehnjährigen, an. Erik Burs, Mark Schlarmann und Jannis Wächter (Jahrgang 12) hatten anhand eigener Beobachtungen eine „Entfernungsbestimmung Erde-Mond“ durchgeführt. Dazu wurden die Beobachtungen mit mathematischen Methoden ausgewertet. Die Untersuchung des Merkurtransits durch Ines Blömker (Klasse 11b) , Luka Kühn und Pia Münstermann (beide Jahrgang 12) war der Jury eine Prämierung mit einem 3. Platz in der Kategorie Physik wert. Es wurde vor allem die gute Präsentation der Forschungsarbeit gelobt.

Ganz besonders konnten sich Konstantin Lehan und Ole Sandmann (beide Klasse 10c) freuen, die den 1. Platz im Bereich Physik erzielten. Nun werden sie die Angelaschule vom 23. bis 25. März mit ihrer Arbeit „Kalibrierung einer Spiegelreflexkamera für die Photometrie anhand des Sternhaufens NGC 1960“ beim Landeswettbewerb Jugend forscht in Clausthal-Zellerfeld vertreten. Die beiden Schüler hatten Aufnahmen mit der Schulsternwarte und welche mit ihrem eigenen Teleskop miteinander verglichen. Dabei haben sie festgestellt, dass sich auch die günstigere Kamera, die sie in ihrer Freizeit verwenden, gut für wissenschaftliche Untersuchungen von Sternen, insbesondere der Entfernungsbestimmung von Sternhaufen, eignet. Neben der hohen Relevanz für die Amateurastronomie lobte die Jury die Präsentation der Forschungsergebnisse. 

Wir gratulieren allen Teilnehmern und hoffen, dass die Angelaschule auch im nächsten Jahr wieder mit vielen spannenden Projekten beim Regionalwettbewerb Jugend forscht in Lingen antreten wird.

Erste Beobachtungen mit der Sternwarte

Die Sternwarte steht schon seit einigen Wochen im Klostergarten. In den letzten Tagen war das Wetter aber auch endlich gut, sodass einige Testbeobachtungen durchgeführt werden konnten. Dabei wurde die Steuerung des Teleskops und der Kamera mit dem Computer getestet und es konnten erste Bildaufnahmen gemacht werden.

Das Sternbild Orion ist in den Wintermonaten sehr auffällig am nächtlichen Himmel zu sehen und der Orionnebel M42 ein dankbares Motiv für Astrofotografen. Der Orionnebel ist schon mit dem bloßen Auge im „Schwert des Orions“ sichtbar und entfaltet beim Blick durch ein Teleskop seine ganze Pracht. Die Aufnahmen sind nur kurz belichtet (Schwarz-Weiß 10 x 2 Sekunden / Farbaufnahme in Blau-, Grün- und Blaufilter jeweils 10 x 2 Sekunden) und dennoch sind viele Details dieser riesigen Gaswolke aus Wasserstoff zu erkennen. Die ersten Ergebnisse wecken Vorfreude auf kommende Beobachtungsnächte und lassen das Potential unserer Schulsternwarte erahnen.

Der erste Schritt ist gemacht!

Bau der Schulsternwarte

Über ein Jahr Planung und Einwerben von Spendengeldern sind vergangen. Heute konnten die Schülerinnen und Schüler des Seminarfachs Astrophysik (Klasse 12c) mit tatkräftiger Unterstützung von Benedikt Feldhaus und Timo Linnemann (Klasse 5a) mit seinem Vater, Justus Wittich (Jahrgang 11) und Simon Kaplytta (Jahrgang 12, moralische Unterstützung) endlich den ersten Schritt zum Bau der Schulsternwarte machen. Mit Spaten, Schaufeln und Schubkarren ausgestattet, wurden innerhalb von gut zwei Stunden etwa vier Kubikmeter Erde, dies entspricht einem Gewicht von gut drei Tonnen, ausgehoben. Somit ist die Grundlage für das Betonfundament, auf dem das Teleskop einmal stehen soll, und für die Pflasterfläche, die die Schutzhütte tragen wird, geschaffen. Die Schülerinnen und Schüler waren mit großer Motivation bei der Sache. Das sonnige Wetter und die gute Verpflegung haben ihren Teil dazu beigetragen. Sobald die Temperaturen wieder durchgängig im positiven Bereich sind, wird die Erstellung des Fundaments weitergehen.

Bingo-Umweltstiftung fördert Sternwarte an der Angelaschule

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung  unterstützt den Bau unserer Schulsternwarte mit 4000 Euro. Nachdem bereits ein Teleskop durch die Unterstützung der Bürgerstiftung Osnabrück und des Fördervereins der Angelaschule angeschafft wurde, soll nun eine fest installierte Montierung errichtet werden. Dazu wird in naher Zukunft eine Betonsäule im Angelapark gegossen. Außerdem muss der Standort der zukünftigen Sternwarte elektrifiziert werden. Die Errichtung der Schutzhütte ist in einem späteren Schritt geplant. Wir freuen uns sehr über die zahlreichen Unterstützer und möchten an dieser Stelle nochmal von ganzem Herzen Danke sagen.

Eine Sternwarte für die Angelaschule

Eine Schule mit eigener Sternwarte? Was an Universitäten nicht unüblich ist, ist an Schulen eine Seltenheit. Trotzdem, oder gerade deswegen, stellen sich Schüler und Lehrer der Angelaschule dieser Herausforderung. Bereits jetzt wird dem Interesse an Astronomie durch Angebote im Wahlpflichtbereich der Mittelstufe und in Seminarfächern der Oberstufe nachgekommen.

Den nächsten Schritt sind die Schüler des Seminarfachs Astrophysik (Klasse 12c) gegangen und haben die Planungsphase des Sternwartenbaus aufgenommen. Erste Erfolge sind bereits zu verzeichnen, denn die Bürgerstiftung Osnabrück unterstützt im Rahmen des Förderschwerpunktes 2017 „Über den Tellerrand hinaus“ das Projekt Schulsternwarte mit der maximalen Fördersumme von 1.200 Euro. Auch der Förderverein der Angelaschule würdigt das Projekt mit einem Zuschuss von 250 Euro. Aus diesen Mitteln wurde ein Teleskop angeschafft. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei der Bürgerstiftung und dem Förderverein bedanken.

Die weiteren Schritte zum Bau der fest installierten Sternwarte im Park von St. Angela sollen im Jahr 2018 angegangen werden. Dies soll auch im Rahmen der neu gegründeten „Jugend forscht“- AG geschehen. Es ist geplant, viele der Arbeiten dabei in Eigenleistung zu verrichten (Fundament erstellen, Betonsäule für die Montage des Teleskops gießen, Schutzhütte bauen, etc.), weswegen wir uns über weitere Unterstützung sehr freuen würden.