Archiv des Autors: Klaus Butke

Impuls zur zweiten Woche der Fastenzeit

Rätsel

Was ist das denn…!?
Ein geheimer Code?
Ein Rätsel?
Ich musste nur kurz drauf schauen, dann fielen mir die ersten freien Schreibversuche meiner Kinder ein, die nach dem Prinzip „schreiben, was man hört“ ausgeführt wurden. Also lese ich es mir selbst laut vor um im Hören zu verstehen: „ES GIBT BESTIMMT EINE LÖSUNG“

Die Schülerin einer ersten Klasse schreibt das für ihren Papa auf.
Sicher hat sie aus Gesprächen der „Großen“ herausgehört, um was die sich Sorgen machen: um Gesundheit, Arbeit, Schule, Oma und Opa …
In bewundernswertem Optimismus streichelt das Kind deren Seele: „es gibt bestimmt eine Lösung“

Hinter diesem Satz steht ein tiefes, kindliches Urvertrauen, das mich einerseits sehr berührt, andererseits hat mein erwachsenes Ich natürlich sofort alle möglichen rationalen Einwände. Aber – dieser Satz tut so unendlich gut; eigentlich will ich genau das hören: „es gibt bestimmt eine Lösung“

Zugegeben, es ist eine echte Herausforderung – zumindest zeitweise – in die vertrauensvolle Haltung eines Kindes zu wechseln, aber einen Versuch ist es doch wert, oder ?!

„…man brachte Kinder zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes…“            (Mk 10,14f.)

Text: Astrid Alt, Grafik: Refugium

Aschermittwoch 2018

Mit drei Aschermittwochsgottesdiensten starteten wir auch in diesem Jahr an unserer Schule in die Fastenzeit. Am Beginn stand eine Geschichte, in der ein Zoobesucher einen Pinguin beim Tauchen beobachtet und erst hier die enormen Fähigkeiten und die Eleganz des Tieres entdeckt.

Der Text lädt dazu ein, die Perspektive zu wechseln. In den sieben Wochen vor dem Osterfest mehr zu sehen als das Spiegelbild, das Äußere und die Schwächen. Mit den Worten “In Gottes Namen fang neu an” haben alle Schülerinnen und Schüler das Aschekreuz empfangen – als Ermutigung, einer solchen engen Perspektive die Stirn zu bieten und stattdessen den weiten Blick Jesu einzunehmen. Sein Aufruf zu Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe bildete den Mittelpunkt des Gottesdienstes.

40 Tage liegen vor uns, in denen wir dies nun – bewusster als sonst – ausprobieren können. Bist Du/ Sind Sie dabei?

Aschermittwoch 2017

„Ich wünsch dir noch ein geiles Leben“ – Dieser Song der Gruppe „Glasperlenspiel“ stand am Beginn unseres diesjährigen Aschermittwochsgottesdienstes.

Der Sänger nimmt Abschied von einem Leben im Luxus: „von Champagnerfeten, Fame, viel Geld, dicken Villen und Sonnenbrillen“. Vordergründig geht es ihm also alles andere als schlecht – aber er selbst findet in diesem Dasein keine Erfüllung mehr. Ein gelingendes Leben sieht für ihn anders aus: „Ich fühl jetzt ganz genau, ich muss endlich eigne Wege geh’n“.

Jemand, der einen solchen Neuanfang wagt, ist Zachäus. Wir hörten das Evangelium vom Zöllner, der den Gedanken zulässt, dass sein Leben auch ganz anders sein könnte. Und als Jesus diesen etwas seltsamen Mann dann auf dem Baum entdeckt, da ändert sich wirklich etwas im Leben von Zachäus. Wenn es einen Heiligen der Neugier gäbe, dann wäre Zachäus sicher der erste Kandidat dafür.

Ein sichtbares Zeichen für Abschied und Neubeginn sind die Aschekreuze auf unserer Stirn. Die nächsten Wochen bis Ostern sollen für unsere Schulgemeinschaft eine Zeit der Neugier sein, eine Zeit für den Gedanken, dass auch unser Leben nicht immer so sein muss, wie es jetzt gerade ist. Zachäus, der Mann mit dem gar nicht so schlechten Leben, hat sich hinausgewagt – und hat etwas Besseres gefunden. Vielleicht trauen wir uns ja auch…