Archiv des Autors: Isabell Weiser

Gelungene Premiere an der Angelaschule

„Mörder mögen’s messerscharf“

Sitzen im Schachbrettmuster – der Zuschauerraum der voll belüfteten Aula füllte sich gestern Abend schnell. Endlich ein Publikum für die spielfreudige Schauspieltruppe! „Können Sie mich sehen?“, fragt sich der wunderbar schwerelos gespielte Geist des ermordeten Barons (Marie Potthoff) und er meint damit nicht die wundersame Fügung, dass die Schauspieler nach so langer Zeit wirklich vor präsentem Publikum spielen können! Unsichtbar für die Mitspieler, erfährt der Baron als Erster die Machenschaften, die zu seinem Tod führten. Die Handlung nimmt schnell an Fahrt auf, wenn der überaus loyale und in trunkenem Zustand äußerst komische Butler Johann (Paul Südmersen) den verdeckten Ermittler, Hugo Geist, sowie seine Tante, Else Nehrlich, als Kommissarin einschaltet und das überzeugend renitent gespielte Dienstmädchen (Rike Müller) unerwartet in den Mittelpunkt rückt. In dem pfiffigen und ehrgeizigen Hugo Geist (Gabriel Schawe) findet Johann alsbald einen guten Verbündeten gegen die ungeliebte, gnadenlose Hausherrin, Baronin Lukretia von Herrschershausen, wunderbar boshaft ausgespielt von Theresa Dobbe. Die Kommissarin (Lina Elixmann) lässt nicht locker mit ihren unablässig bohrenden Fragen und gekonntem Zynismus. Unterbrochen wird ihr zielstrebiges Spiel nur von einer unbeirrbaren, herrlich automatisiert agierenden Telefonstimme (Pia Wiechert).  Den großen Stein bringen aber schließlich die beiden tütteligen Hippietanten , Restituta (Tim Wandersee)  und Honoria (Greta Marie Schönemann) ins Rollen, als sie eine ihrer beliebten Séancen abhalten.

Äußerst expressiv und ohne Umschweife bringen die herzerfrischend ehrlichen und sehr lautstarken Tanten die Tatsachen auf den Punkt und sorgen mit ihrem überaus lebendigen und engagierten Spiel für Begeisterung!  Dem verdächtigen Verwalter, Dietmar Knör, treffend verkörpert von Adrian Saatkamp, wird es angst und bange…

Langanhaltender, verdienter Applaus für das mitreißend agierende Schauspielensemble,

das keine Hindernisse wie kalte Freiluftproben oder Onlineproben scheute, um unserer Schulgemeinschaft einen sehr amüsanten Auftakt zum gerade wiedererlangten Schulleben zu bieten.

Schöne Bilder von der zweiten Aufführung des Stücks gibt es in der Fotogalerie.

20 Jahre Theater-AG an der Angelaschule

Jahrgangsübergreifende Theatergruppe feiert Jubiläum

Am 22. Dezember brummte es noch einmal in unserer Aula: Bei stimmungsvollem Scheinwerfer- und Laserlicht bewunderten eine große Zahl ehemaliger Theaterschülerinnen und -schüler, darunter auch einige der ersten Theatergeneration, die in Bildtafeln festgehaltene Vielzahl an Theaterproduktionen aus zwei Dekaden. Sie lauschten den lustigen Anekdoten zu den vergangenen Aufführungen und bestaunten Szenenausschnitte aus „Les Misérables“, unserem Stück, welches die jetzige AG vom 6. bis zum 9. Februar 2020 zur Aufführung bringen wird.

Am wichtigsten war es jedoch, die damaligen Weggefährten wiederzutreffen und sich über die schönen Theatererfahrungen an der Schule und deren persönlichkeitsprägenden Einfluss, über den sich alle einig waren, auszutauschen. Bei intensiven Gesprächen erlebten wir eine tolle Partynacht, die wir tanzend und glücklich über die nun schon so lange bestehende und sich stetig anreichernde Interessensgemeinschaft engagierter und kreativer Leute erst spät ausklingen ließen. 

Einladung zum 20jährigen Jubiläum der Theater-AG

Als mich vor 20 Jahren eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern dazu drängte, die Theater-AG zu leiten, wusste ich noch nicht, dass sehr engagierte, kreative und eigenständige Akteure über Jahrzehnte ein solches Erfolgskonzept daraus machen würden.

Wir blicken heute zurück auf stolze 28 große Produktionen mit vielen klassischen Stoffen, aber auch auf eigene Inszenierungen und Romanadaptationen. Dies gilt es zu feiern und schöne Erinnerungen aufleben zu lassen!

Wir laden ein zu einer großen Ehemaligenfeier am 22.12. 2019 in der Aula um 19.00 Uhr! Die AG stellt feierliche Getränke und bittet um das Mitbringen von Fingerfood. Außerdem möchte ich mit allen ein Programm gestalten. Also bitte weitersagen und sich anmelden, bzw. Ideen zum Programm mitteilen! Ich freue mich sehr auf alle, die sich für unsere AG eingesetzt haben!

Anmeldung: isabell.weiser@angelaschule-osnabrueck.net

„Andorra“ von Max Frisch

Die Theater-AG der Angelaschule zeigt Anfang Februar das Drama „Andorra“ von Max Frisch. Es ist Frischs erfolgreichstes Stück und in seiner Thematik auch heute noch aktuell. Es geht um das Schicksal des jungen Mannes Andri, welcher aufgrund der Lüge seines Vaters für einen Juden gehalten wird. Unter dem Zwang, der festgefügten Vorstellung der Andorraner bezüglich eines Juden entsprechen zu müssen, nimmt Andri nach und nach diese Identität an und wird, als ein Mord geschieht, zum Sündenbock gemacht.